Kirche im Wandel
21. April 2026
Gewiss haben Sie es in den Medien an ein oder anderer Stelle verfolgt und sind darüber vielleicht auch in Sorge, denn die strukturellen Veränderungen der kommenden Jahre, die unsere Kirche in Deutschland und für uns konkret, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen durchlaufen wird, sind sehr umfassend. Aus diesem Grund hat unsere Landeskirche den Prozess „Kirche im Wandel“ ins Leben gerufen dessen Ziel es ist, gemeinsame Wege zu finden, wie Kirche angesichts begrenzter Ressourcen und gesellschaftlicher Veränderungen auch in Zukunft lebendig und handlungsfähig bleiben kann.
„Es geht darum, den unausweichlich anstehenden Wandel aktiv zu gestalten. Dabei leitet uns als Kirche Vertrauen, nicht Angst. … Als Menschen Gottes sind wir mit einem von Christus geleiteten Blick auf uns selbst, unsere Gemeinschaft und die Welt unterwegs.“ – so heißt es einleitend auf der eigens für die Begleitung des Prozesses geschaffenen Website „Kirche im Wandel.“
Seit Mai 2024 erarbeitet eine Arbeitsgruppe „grundlegende kirchenleitende Eckpunkte für zukünftige Schritte, die für die Struktur- und Stellenplanung für den Zeitraum bis 2050 handlungsleitend sein könne“. Nach einem Diskussions- und Beteiligungsprozess von April bis November 2025 hat am 6. Februar 2026 die Kirchenleitung den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Kirche im Wandel“ an die 28. Landessynode übergeben, die auf einer Sondertagung am 6./7. März 2026 darüber beraten hat und wurde, auf Grundlage der Beratungen erste konkrete Arbeitsaufträge an die Kirchenleitung zu beschließen.
Eine der Empfehlungen bezieht sich auf die Schaffung von regionalen Strukturen und Kirchgemeinden, in denen Kräfte gebündelt, Dienste besser aufgeteilt und Verwaltung entlastet werden kann. Das ist das große Feld, welches unter dem Stichpunkt „Regionalisierung“ bereits begonnen und weitergeführt werden soll.
Was die einen als Chance sehen, wird z. B. von der Initiative „Kirche von unten“ kritisiert. Bei allen offenen Fragen bleibt die Feststellung: Gesellschaft verändert sich, Kirche verändert sich und kann, wenn sie weiterhin gestalten möchte, nur mutige Schritte gehen.
Wir sind in Stollberg und in unserer Region nicht auf uns allein gestellt. Wir teilen Frust und Freude über das, was uns erwartet und wollen aber nicht verharren, sondern aktiv gestalterisch tätig werden. Dass Veränderungen kommen, ist unausweichlich und wenn dem so ist, sollten wir es aktiv angehen.
Um das Vertrauen in diese Veränderungsprozesse werben wir. Ermutigen möchten wir, dass Sie sich aktiv einbringen in die Umgestaltung von Kirche vor Ort und der Region: dem Erhalt von dem, was uns wichtig ist und dem Ausmisten, was guten neuen Gedanken im Weg steht.
In den kommenden Tagen erwarten wir von Seiten der Kirchenleitung Informationen darüber, welche konkreten Schritte 2026 gegangen werden müssen. Die Ahnung, dass hier grundlegende Einschnitte erfolgen müssen, beunruhigt Mitarbeitende wie Gemeindeglieder gleichermaßen. Es sind Existenzsorgen, die hier aus verschiedenen Richtungen auf uns einströmen und nicht spurlos vorbei gehen.
So wir uns in allem weiterhin als „Familie“ verstehen, können wir diese Sorgen sicher ausdrücken, aussprechen, aushalten und wo es geht, sie miteinander tragen und Formen finden, die zukunftsweisend sind und Hoffnung geben, den zur Hoffnung gibt es keine Alternative und jeden Anlass!