Wenn Sie diese Geschichte lesen, werden Sie ganz leicht erkennen, warum ich mich auf unsere gemeinsame Zeit freue, warum ich erwartungsfroh bin, Sie kennenzulernen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen - sowohl über Fragen, die Ihnen Freude bereiten, aber auch über Dinge, die Sie bedrücken. Hier die Geschichte:

Er konnte es nicht glauben. Der Gipfel war genau vor ihm. Er war nur noch wenige Meter von ihm entfernt. Die ganze Mühe und alle Risiken waren vergessen. Ein Lebenstraum ging in Erfüllung. Er steckte den Eispickel mit der daran befestigten Flagge tief in den Schnee und betrachtete mit in den Himmel gestreckten Armen den demütigen Planeten zu Füßen des Giganten: Mount Everest. Er, Edmund Hillary, hatte ihn besiegt. Als erster Mensch!

In diesem Moment drohte ein starker Windstoß ihn vom Gipfel in den Abgrund zu stürzen. Blitzschnell packte ihn der Sherpa, sein Lastenträger, und zog ihn zu Boden. „Herr“, rief er ihm mehr durch Zeichen als durch Worte zu, da Mund und Nase mit der Sauerstoffmaske bedeckt waren, „hier oben bitte nur auf den Knien!“
Soweit die Geschichte. Egal wie hoch ein Gipfel sein mag, da oben verweilt man am besten auf den Knien und im Gebet. Derjenige, der einen mit stützenden Armen auf den Gipfel getragen und über jeden Schritt gewacht hat, wartet nicht auf die erhobenen Hände als Zeichen des Sieges, sondern auf den einsichtigen Blick, dass größer als der höchste Gipfel, den man je erklommen hat, er - unser Schöpfer - ist. Dann und nur dann spielen Wind und Abgründe keine Rolle mehr und nur dann hat man den wahren „Sieg“ errungen.
10.2.2021 St.-Jakobi-Kirche, Vorstellung vor den Mitarbeitern
Wer das erkennt, versteht sein Handeln zuerst als Dienen. Er macht Gottes Kraft sichtbar und bringt sich ein, um eine segensreiche Beziehung der Gemeinde zu Gott zu fördern. Er nimmt Leute an der Hand, macht ihnen dieses Ziel deutlich, kann dafür begeistern, ist dynamisch, vertrauenswürdig und liebt die Wahrheit. Er nimmt ferner Anteil, ist rücksichtsvoll und freundlich, kann vermitteln und achtet auf einen würdevollen Umgang miteinander.
Ich lade Sie ein, gehen wir diesen Weg des Dienens im Glauben gemeinsam. Wir können alle nur gewinnen. Denn dabei werden wir viel Kostbares und Wertvolles im anderen finden. Vielleicht ist dieses Etwas mit der Schlacke des rauen Lebens überdeckt, mit der Asche erloschener Hoffnungen, harter Worte und fehlender Wertschätzung zugeschüttet. Vielleicht hat sich davon so viel angesammelt, dass wir keine Hoffnung mehr haben, danach zu suchen, da wir glauben, alles sei gleich hart, verkrustet und dunkel bis in die Tiefe. Vertrauen wir aber darauf, das Wertvolle im anderen zu finden. Suchen wir danach mit Wertschätzung, mit Interesse, mit Geduld, mit der Überzeugung, dass das nicht immer gleich Sichtbare irgendwo glänzt. Und was wir in den anderen suchen, werden wir ganz bestimmt auch in uns selber finden.

Ich freue mich auf unser gemeinsames Suchen und noch viel mehr auf die vielen glänzenden Edelsteine, die wir finden werden.

Ich freue mich auf ein gesegnetes Miteinander.

Herzlichst
Ihr zukünftiger Pfarrer Matthias Müller

   

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