In Chiles Hauptstadt Santiago streifte zuletzt ein junger Puma durch die Straßen. Das Tier kam offenbar auf der Suche nach Beute aus den nahe gelegenen Bergen hinunter in die Stadt. Da kaum Menschen auf den Straßen waren, lief der Puma bis in die Wohngebiete. Das Tier wurde gefangen, untersucht und später wieder ausgewildert.

Der Schakal fühlt sich im Tel Aviver Stadtpark wohl. Seit auch in Israel weitgehende Ausgangsbeschränkungen gelten, zeigten sich die Tiere vermehrt nun auch auf Parkwegen. Auf den leeren Straßen der Hauptstädte Indiens und Nepals, wo normalerweise Millionen Menschen unterwegs sind, tummeln sich unterdessen besonders viele Affen und Hunde. Im Seebad Llandudno zogen wilde Kaschmir-Ziegen durch die fast menschenleeren Straßen. Die Tiere kamen jüngst von einem kleinen Berg im Norden von Wales herunter und laufen seitdem immer wieder durch den Ort an der Irischen See. Ihre Lieblingsspeise: die Hecken. Manche Einwohner nennen die Ziegen "Vandalen", da sie nicht zum ersten Mal durch die Stadt ziehen und unter anderem schon die neu gepflanzten Bäume vor einer Schule vernichtet haben sollen.

 

Die Luft ist weitestgehend frei von Fluglärm und auch in den Städten ist mehr Ruhe eingekehrt, zumindest, was die Menschen betrifft. Dafür machen sich andere bemerkbar. Eine Amsel zwitschert im Baum im Innenhof und eine Kohlmeise links neben dem Balkon trällert ungestört. Die Singvögel haben es dieser Tage leichter. Sie müssen nicht mehr gegen den Lärm der Stadt ansingen. Und singen sie anders? Leiser womöglich, weil sie ungestört sind? Weniger anstrengen müssen sie sich tatsächlich, betonen die Ornithologen und erwarten, dass sie ihre Kraft dadurch für die Brutpflege aufsparen können. Manch Vogel hat das Singen sogar erst wieder aufgenommen. Man hört ihn und das macht ihm und uns Mut.

Wie nachhaltig diese Beobachtungen sein können hängt von vielen Dingen ab. Zu allererst von dem, was der Mensch tun wird, wenn er wieder kann, wie er konnte.

Zu einer früheren Zeit haben die Menschen den Mai als Wonnemonat betitelt. Alles wächst und grünt, die Pflanzen- und Tierwelt steckt mit ihrem fröhlichen Wachsen und Werden uns Menschen an. Alles scheint im Überfluss und im Überschwang der Gefühle sind Dichter voll der Lust an dem, was der Herrgott an Schöpferkraft zeigt … wenn wir es denn sehen wollen und können.

Und wir können … in diesem Jahr nun nicht ganz freiwillig. Doch wer Ohren hat, der höre und wer Augen hat, der schaue hin: „Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottes Güt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht! Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid´, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.“

Ja, Gottes Schöpfung singt ihm ihr Loblied. Des Menschen Lust aber ist getrübt. Die Sorge groß und das Herz schwer, so erleben wir diese Tage. Und trotzdem wird gerade jetzt Mai und wir können bitten: „Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sich’s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an Deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort“

Diakon
Christoph Zimmermann


https://www.youtube.com/watch?v=Uu1PiLallQg


Den Text des Frühlingsliedes Wie lieblich ist der Maien dichtete Martin Behm 1604. Die Melodie schrieb Johannes Steuerlein 1575. Martin Behm, 1557 in Lauban in Schlesien geboren, nach harter Jugend zunächst Hauslehrer in Wien und Straßburg, dann Lehrer und 1586 Oberpfarrer an der Hauptkirche St. Trinitatis in seiner Heimatstadt Lauban, verfasste zahlreiche geistliche Lieder und Erbauungsschriften, verstarb 1622 in Lauban. Der Komponist und gekrönte Dichter Steuerlein, 1547 in Schmalkalden geboren, war anfänglich Stadtschreiber in Wasungen, später Kanzleisekretär und schließlich Stadtschultheiß in Meiningen, verstarb 1613 in Meiningen.  

Dieses Lied ist im evangelischen Kirchengesang seit den 1950er Jahren bekannt und bereits im ersten Evangelischen Kirchengesangbuch (EKG 370) der deutschsprachigen Kirchengemeinden in den evangelischen Landeskirchen Deutschlands und den beiden evangelischen Kirchen Österreichs und im folgenden, aktuellen Evangelischen Gesangbuch (EG 501) abgedruckt. (Quelle)

www.oekumenischerweg.de

 

1) Wie lieblich ist der Maien
aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen,
weil alles grünt und blüht!
Die Tier sieht man jetzt springen
mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen,
die loben Gott mit Freud.

 

2) Herr, dir sei Lob und Ehre
für solche Gaben Dein.
Die Blüt zur Frucht vermehre,
lass sie ersprießlich sein.
Es steht in Deinen Händen,
Dein Macht und Güt ist groß,
drum wollst Du von uns wenden
Mehltau, Frost, Reif und Schloss.

 

3) Herr, lass die Sonne blicken
ins finstre Herze mein,
damit sich’s möge schicken,
fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben
allein an Deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben
und weist des Himmels Pfort.

4) Mein Arbeit hilf vollbringen
zu Lob dem Namen Dein,
und lass mir wohl gelingen,
im Geist fruchtbar zu sein;
die Blümlein lass aufgehen
von Tugend mancherlei,
damit ich mög bestehen
und nicht verwerflich sei.

   

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