Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.  (Jesaja 50,10)

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Adventszeit setzen wir uns gern – allein oder mit anderen Menschen – vor eine brennende Kerze. Seit jeher haben Kerzen eine besondere Anziehungskraft auf Menschen ausgeübt. Das Kerzenlicht ist ein mildes Licht. Gegenüber einer hellen LED-Beleuchtung erhellt die Kerze unseren Raum nur teilweise. Es lässt manches im Dunkel. Und das Licht ist warm und angenehm. Im Licht der Kerze finden wir Menschen zur Ruhe. Die Kerze ist keine funktionelle Lichtquelle, die alles gleichmäßig ausleuchten muss. Vielmehr spendet sie ein Licht, das von vornherein das Aufleuchten des Geheimnisvollen, des Warmen und des Liebevollen in sich birgt. Im Kerzenlicht kann man sein Leben und diese Welt anschauen. Da sehe ich in einem milden Licht auf die oft auch harte Realität.

Von dieser harten Realität weiß auch der Prophet Jesaja: Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet... Dunkelheit ist da. Das sind nicht nur die langen Nächte und die trüben Wintertage. Finsternis hat eine tiefere, übertragene Bedeutung, die etwas über unser Leben und die Welt sagt. Dunkelheit erleben Menschen, die von großen Problemen der leiblichen oder seelischen Gesundheit überfallen werden, wo Lebenspläne schmerzhaft zerbrochen sind und der Lebensweg in einen Tunnel führte, dessen Ende nicht in Sicht ist. Dunkelheit macht sich breit im Unfrieden auf der Welt, in Hunger, Gewalt und Terror. Wo Liebe erkaltet und die Hoffnung stirbt, wird es dunkel.

Der Gegensatz von Licht und Dunkel gehört zur Adventszeit wie zu unserem Leben, um sich von daher dem Weihnachtsfest zu nähern. Nichts soll ausgeblendet werden, was unser Leben ausmacht. Nichts muss aber so dunkel bleiben, wie es im Moment erscheint. Das prophetische Wort des Jesaja leuchtet wie das große Kontrastwort zu allen dunklen Erfahrungen.       

Als einzige, jedoch tragende Hoffnung bringt Jesaja den Namen Gottes ins Spiel, den Gott aller Völker und den Schöpfer und Erhalter der Welt. Alle Menschen werden aufgerufen, diesem Gott zu vertrauen. Dieser Gott, der das Dunkel der Menschen kennt, will die Menschheit ins helle Licht der Weihnacht bringen. Die Adventszeit können wir als eine gute Zeit der Vorbereitung und eines neuen Blickes nutzen. Nämlich unser eigenes Leben und unsere Welt im warmen Licht der Zuwendung Gottes zu sehen. Zu Weihnachten, mit der Geburt von Jesus Christus, erscheint ein Licht, das dein Herz mit einer tiefen und geheimnisvollen Liebe erfüllt.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Lothar Gratowski                                            

   
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